1. DGM Lauf in Sand am Main am 18.04.09 04 05 2009
Die 87 Starter fühlten sich an den Auftakt vom letzten Jahr in Odenheim erinnert: die Nacht über goss es in Strömen. Zum Lauf des MSC in Sand am Main machte das sonnige Frühlingswetter eine Pause. Der Boden verwandelte sich in rutschigen Schlamm und es war eine Herausforderung überhaupt an die Sektionen heranzufahren.

Der JuniorCup ist beim Offroad-Nachwuchs nach wie vor angesagt. Viele können es nicht erwarten, endlich einmal selbst hinter Papas Steuer zu sitzen. Lisa-Marie Lehmann ging es nicht anders, endlich durfte sie selbst den Suzuki pilotieren. Natürlich saß Vater Uli nebendran und gab Hilfestellung. Und sie wurde gleich mit dem zweiten Platz belohnt. Der erste Platz ging an den Champion aus dem letzten Jahr: Felix Muhle. Auf Platz drei fuhr Tamara Beck, und bei ihr steckt noch ein weiterer Grund hinter ihrem Start: sie besucht die Waldorf-Schule Überlingen und muss eine Projektarbeit zu einem persönlichen Thema erstellen. Ihre Wahl fiel auf den JuniorCup, mal etwas anderes als die üblichen Sparten wie z.B. Ballet. Tamara fand den Auftakt zwar schwierig mit dem rutschigen Boden, hatte aber trotzdem viel Spaß. Der krönende Abschluss war neben dem Pokal auch noch ein Gewinn bei der Sachpreisverlosung: ein Benzingeldgutschein.

Im FunCup wagten sich trotz der widrigen Umstände sechs Starter in die schlammigen Pisten. Eine Sektion, die durch den Wald hätte führen sollen, wurde kurzerhand gestrichen, da es einfach zu rutschig für die Anfänger gewesen wäre. Dafür wurde eine neue, weniger gefährliche Strecke neu gebaut. Die Erfahrung zeigt, dass immer wieder Neueinsteiger gleich einen Auftaktsieg herausfahren. So auch bei Joachim Dürring, der sich gegen die fünf Konkurrenten durchsetzen konnte. Er fuhr mit seinem Mitsubishi Pajero sogar weniger als die Hälfte an Strafpunkten ein als der zweitplatzierte Gerd Torkler mit 54 Punkten auf seinem Suzuki LJ80.

Nichts Neues in der Klasse Original. Dominik Keuper ist einfach nicht zu schlagen. Er bürdete sich in Sand sogar einen doppelten Job auf: zuerst war er Beifahrer bei Harald Schumann, dessen Filius und Stammbeifahrer sich in der Prototyenklasse übte. Nachdem er und Harald alle Sektionen bis auf die Nummer 13 gefahren waren, machte sich Dominik auf, mit dem Samurai eines Vereinskollegen das Feld von hinten aufzurollen. Mit Erfolg, mit 37 Punkten sicherte er sich den ersten Sieg der neuen Saison. Geschlagen geben musste sich auf dem zweiten Platz der Aulendorfer Robert Ritter, der immer mehr zu einer stetigen Größe in der Klasse Original wird. Das Podium wurde von Michael Klag komplettiert, der auf seinem Samurai stolz die Spuren von seinem ersten Eurotrial trägt: an die Beule, die er sich in Norwegen seitlich in die Motorhaube drückte, steht notiert „Norway 2008“. Trotz Regen war Oliver Miss am Ende des Tages glücklich. Letztes Jahr hatte er beim Lauf in Bramsche in die DGM hineingeschnuppert, heuer startet er mit Lizenz für den SCC Bramsche. Der Suzuki Samurai wurde erst am Donnerstag vor dem Lauf fertig. Und er wurde auf Anhieb vierter in der Klasse Standard, Ganz perplex holte er sich seinen ersten Pokal ab und musste sogar ein zweites Mal nach vorne: Er gewann nämlich bei der Sachpreisverlosung den ORC Gutschein im Wert von 125 Euro.

Während in der Klasse Original die großen Fourwheeler keine Chance hatten, haben sie sich in der Klasse Standard, mit Platz 3, 4 und 5 – Thomas Nest und Sohn Kristoffer mit ihrem CJ5, sowie Klaus Hofmockel auf Mercedes G, hervorragend geschlagen. Für Helmut Muhle beginnt die neue Saison, wie die alte aufgehört hat: mit einem Tagessieg. Auch der Vizemeister 2008, Sascha Klute, fuhr seinem Samurai souverän mit einem zweiten Platz ins neue Jahr.


Am Ort der gescheiterten Premiere von Goli II – Georg Pirthauers Modified-Mercedes G – konnte er nun zeigen, dass das Projekt „V12-Motor“ doch funktioniert. Mit schierer Leistung konnte er die Sektion 8 noch bewältigen. Die beiden Allrad Spezis - Torsten Fuchs mit einem Suzuki LJ 80 und Modified-Meister Dieter Rückert auf einem Samurai – konnte er nicht schlagen. Auch wenn sich Dieter gerade mal mit einem halben Punkt auf Platz 2 retten konnte. Weit weniger als die Hälfte der Punkte (76:162) reichten Torsten für den Sieg

Die Aufmerksamkeit, die die Klasse ProModified eigentlich verdient, kommt ihr aktuell noch nicht zu teil. Nur Andreas Riethmüller und seine Cinderella auf dem ersten und Harald Schumann mit seinem Opelix auf dem zweiten Platz hielten die Fahne hoch.

Christof Schumann startete diesmal nicht gemeinsam mit seinem Vater Harald auf dem Pro-Modified „Opelix“. Da der eigene Prototyp namens „Majestix“ noch nicht fertig ist, behalf sich Christof mit einem Doppelstart auf dem Proto von Bodo Scheibe. Der ist immerhin amtierender Meister in der „Königsklasse“, und für Christof ist es ein fast unbekanntes Auto. Doch er freundete sich schnell mit dem „Fürchtenix“ an. Sage und schreibe sieben von zehn Sektionen fuhr er fehlerfrei. Marlon Lewandowsky war ihm zwar mit dem „X-treme“ auf den Fersen, aber zwei umgefahrene Torstangen machten jede Sieghoffnung zunichte und er musste sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Bodo Scheibe hatte ebenfalls das Nachsehen, Christof fuhr souverän und ungefährdet zum Tagessieg. Vater Lewandowsky füllte als dritter das Siegertreppchen.

Nichts Grundlegendes hat sich bei den Mannschaften getan. Die Kurpfälzer vor den Allrad Spezi und den „Besten aus dem Norden“ – dem SCC Bramsche. Hier musste ein Nennungsfehler im Nachgang korrigiert werden. Der DMV hat den JuniorCup-Starter Felix Muhle mit in ihrer Mannschaft aufgeführt, was allerdings nicht zulässig ist – dieser Fehler ging aber leider auch im Nennbüro unter.

Über eine Menge an Unzulänglichkeiten, Fehlern, Irretationen und Demotivationen legen wir hier besser den Mantel des Schweigens, denn all dieses würde die Länge des Berichtes leicht verdoppeln. Aber aus all diesen Missständen können alle anderen Veranstalter nur lernen!