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| Der ASC Melsungen richtete mit Unterstützung der Allrad-Freunde-Heidelsheim seinen ersten DGM-Lauf aus. Petrus schickte zum Erstlingswerk tagsüber Sonne und Wolken und erst gegen Abend Regen. Da haben die Wettertänze, die die ganze Woche über aufgeführt worden sein sollen ihren Zweck erfüllt. Die 80 Starter staunten bei der Anreise nicht schlecht: geschotterte Wege, ein Trailer-Hol-und-Bring-Service, Dixitoiletten im Fahrerlager, Anschlüsse für Strom und Wasser sind gelegt – das grenzt an Luxus. Das Fahrerlager ist zwar klein, deswegen mussten auch die Anhänger auf einen gesonderten Stellplatz, aber mit ein wenig zusammenrücken hatten alle Platz. Das Gelände liegt direkt (und das meine ich auch so) neben der Autobahn A7. Den Geräuschpegel mag sich jeder selbst ausmalen, aber Gerüchten zufolge soll Samstag spät nachts einmal ein paar Sekunden lang kein Auto zu hören gewesen sein. Das Gelände - ein wenig Wiese, ein wenig Wald – mehr ist es eigentlich nicht. Aber auch nicht weniger! Dank eines Baggers wurde so einiges modelliert, wobei es aber auch natürliche Steigungen genug im Gelände gibt. Eine Passage wurde komplett aufgewühlt, es gab nur Erdhügel und Krater, so dass der Eindruck entstand, dort seien etliche Minen gezündet worden. Die Sektion 14 war ein besonderer Augenschmaus. Ronny Simon hat eine anspruchsvolle Sektion gebaut, und wollte von Vereinskollegen Thomas May darin ein „Protoloch“ haben. Wobei die Bezeichnung „Loch“ nicht annähernd treffend ist für das, was vor Tor 4 kam. Die Wackersteine vor Tor 1 waren noch harmlos, dann kam im Tor 2 ein zwei Meter tiefer Schacht als Hindernis, der folgende Erdhügel war für Prototypen nicht weiter nennenswert, aber dann! Der Erdhügel musste ja irgendwo herkommen, und richtig, nach Tor drei folgte eine drei Meter breite und bis zu vier Meter tiefe Schneise im Boden, die auch noch rechtwinklig abknickte. Ob zwischen dem Schacht in Tor zwei und der „Tiefgarage“ eine Verbindung besteht konnte nicht abschließend geklärt werden. Widmen wir uns zunächst den Einsteigerklassen. Im JuniorCup bleibt alles beim alten, Felix Muhle ist nicht zu schlagen. Seine einzige Konkurrentin war Tamara Beck im Daihatsu F50. Im FunCup gab es diesmal ungewöhnliche Fahrzeuge zu sehen. Ein Nissan KingCab, ein Patrol und ein Toyota KJ wagten sich ins Gelände. Für Kevin Bleuel war es ein besonderes Erlebnis, hatte der 17-jährige doch gerade erst den Führerschein gemacht. Hätte er im JuniorCup genannt, wäre er dort sogar dritter geworden. Im FunCup wurde er nur fünfter. Der Toyota von Stefan Beyer war ein richtiges Expeditionsmobil, mit Sandblechen und Kisten auf dem Dachträger. Er schlug sich aber wacker und wurde vierter. Eine Dame unter den fünf aber gab den Ton an: Carina Weber setzte sich mit einem Suzuki SJ 413 deutlich gegen die männliche Konkurrenz durch. Das Podium wurde von Joachim Düring auf dem dritten, und Christian Smakulski auf dem zweiten Platz komplettiert. Showeinlagen gab es an allen Ecken, das „Minensprengfeld“ sorgte für viele Verschränkungen und Unterbodenfotos. Leider auch für viele Schäden, vor allem Gelenke und Wellen wurden stark beansprucht. Nadine Brezing war eine der vielen Leidtragenden. Auch Bernd Japp musste mit einer defekten Welle aufgeben. Torsten Fuchs konnte zwischendrin das gerissene Differentialgehäuse reparieren und weiterfahren. Franziska Tinschert kämpfte sich mit dem Samurai regelrecht durch die Sektionen. Mit viel Einsatz lies sie sogar Vize-Europameister Andreas Klossner hinter sich. Für den vierten Platz bekam sie genauso viel Applaus wie der Sieger. Auch der amtierende Meister, Norbert Sollner, tat sich mit seinem G schwer und kam nicht über den zehnten Platz hinaus. Aufs Treppchen fuhren 16, 33 und 40 Strafpunkte, und Dominik Keuper ist unter ihnen. Aber für den Platz in der Mitte reichte es diesmal nicht, er landete zwar vor Winfried Holtvoigt, aber hinter einem strahlenden Josef Rosemann aus Bramsche. Eine Showeinlage der besonderen Art lieferte Helmut „Helle“ Kleiner. Der Aulendorfer fällt mit seinem gelben LJ immer auf, da dieser gern als „Postwurfsendung“ bezeichnet wird. Helle tanzte diesmal mit dem Allradler Ballet. In der Sektion vier musste man das letzte Tor aus einer Senke heraus anfahren. Helle gab Gas, es reichte erstens aber nicht, zweitens versetzte es ihm das Auto, so dass es sich auf wohl nur noch einem Hinterrad um sich selbst drehte. Fast sah es so aus, als wolle sich der LJ auf das Dach legen, aber Helle rettete es, drehte sich weiter und landete wieder auf allen vier Rädern. Er stand zwar in der verkehrten Fahrtrichtung, aber er stand. Eiligst herbeilaufende Zuschauer wurden vom Streckenposten zügig zurückgewiesen, denn es war ja keine Abbruch-Situation. Helle rangierte, stellte sich wieder richtig hin, und fuhr unter viel Applaus korrekt aus der Sektion. Ein anderer Stunt wurde von Klaus Malewska geliefert. In einer Sektion waren halb im Boden vergrabene Monsterreifen zu bewältigen. Klaus gab Gas, der Suzuki sprang vorn in die Luft, wurde von den Reifen dann hinten hochgeworfen und landete mit dem Unterboden auf den Reifen. Liegt der Unterboden auf, verlieren die Räder an Traktion – ein Abbruch für Klaus. Vorne gab es neben den alten Hasen noch eine Überraschung. Auf dem Podium stand mit dem Jeep YJ von Wolfgang Fröls sogar ein großer Allradler auf Platz drei. Der zweite Platz wurde von Helmut Muhle besetzt, und klammheimlich still und leise hat sich David Nieweg den Tagessieg geholt. Mit seinem SJ 410 fuhr er fünf Sektionen fehlerfrei und holte sich verdient den ersten Platz. Zwölf Modified-Fahrer versuchten sich am Gelände des ASC Melsungen. Trotz Reparatur siegte erneut Torsten Fuchs von den Allradspezis Franken. Deutlich holte er sich mit nur 19 Fehlerpunkten den zweiten Saisonsieg vor Thomas Altvater und Michael Köhler. In der Pro-Modified-Klasse gibt es derzeit leicht Punkte zu verdienen. Ralf Haag und Andreas Heneka bauen gerade einen neuen Pro-Modified auf und waren an diesem Lauf sowieso als Veranstalter nicht startberechtigt. Benjamin Krenzers Toyota soll derzeit halb zerlegt sein, und neue Starter sind nicht in Sicht. Die Eurotrialstartplätze in Schweden 2010 sind momentan billig zu haben. Andreas Riethmüller und Harald Schumann machten den Sieg wiederholt unter sich aus. Diesmal mit dem besseren Ende für Harald und seinen Opelix. Die Königsklasse war dünn besetzt. Sechs Prototypen gingen an den Start. Die Sektion 11 lag im Wald und hatte ein paar hübsche Steigungen und Kanten zu bieten. Spätestens nachdem Christof Schumann den „Fürchtenix“ auf der Hinterachse tanzen lies war allen klar, das besonders eine Kante für die Protos nicht von schlechten Eltern ist. Bodo Scheibe versuchte es und legte sich dabei auf die Seite. Auch Marlon Lewandowsky scheiterte und schmiss den „X-treme“ um. Thomas Stoppa und Sebastian Bültemeier brachen vor Tor 3 ab und riskierten keine Schäden am Auto. Vor der Sektion 13 lies Marlon den „X-treme“ an und sagte dann zu seinem Vater Dirk „Pappa, guck mal, ich glaube da ist grad ein Bremssattel abgebrochen.“ Und leider richig: das bedeutete das Aus für beide. Sebastian Bültemeier fuhr zwar die 13 an, beendete sie jedoch nicht. Ein gerissener Gurt verhinderte ein Weiterfahren. Somit traten zur eingangs bereits erwähnten Sektion 14 nur noch drei Protos an. Die Zuschauer sprachen der Sektion zu 99% die Befahrbarkeit ab. Tatsächlich kamen nur noch zwei der sechs Prototypen überhaupt bis in die „Tiefgarage“. Christof Schumann hing mit dem rechten Vorderrad in der Grube im Tor 2 fest und musste geborgen werden. Thomas Stoppa krabbelte mit seinem „Mantis“ über die Steine, fuhr eine Torstange neben der Grube um, damit ihm nicht das gleiche Schicksal wie Christof ereilte. Nach dem Erdhügel fuhr er selbstbewußt in die „Tiefgarage“ ein, kam dank Allradlenkung um die 90°-Kehre und machte sich an die Ausfahrt. Sein Proto „Mantis“ machte einen Satz in die Luft und aus gut einem Meter Höhe krachte die Achse wieder auf den Boden, und das mit sich drehenden Rädern. Die Zuschauer vernahmen deutlich ein sehr häßliches Geräusch: Welle abgeschert. Dann kam Bodo Scheibe. In Sand noch auf seinem eigenen Auto deklassiert worden vom Doppelstarter Christof Schumann, rückte Bodo seinen Status wieder zurecht. Auch er kam wie Thomas Stoppa bis zur Ausfahrt der „Tiefgarage“, und mit Geschick bewältigte er unter Applaus und Jubel der Zuschauer die nahezu senkrechte Kante. Die Mannschaften lagen dicht wie nie beieinander. Zweimal 78 und zweimal 77 Punkte, hier musste der bessere vierte Mann entscheiden. Die Night Hunter hatten eh nur drei Namen genannt deshalb siegten die Offroadfreunde Kurpfalz, die mehr Starter genannt hatten. Der dritte Platz ging an den SCC Bramsche, da der vierte Mann, Sascha Klute, sich besser platziert hatte als Bernd Japp von den Allradspezis Franken. Zum Abschluss und Ausklang des Tages hatte sich der ASC Melsungen etwas besonderes einfallen lassen. Nach der Siegerehrung und Sachpreisverlosung wurde es heiss auf der Bühne. Zuerst heizte „Miss Flodder“ stilecht mit Schrubber, Gummistiefeln und Kittel der versammelten Menge ein. Sie lies sowohl die reichlich ausgestattete Oberweite als auch das aufgestockte Hüftgold kreisen. Die Wasserballons, die dazu gedient hatten wurden später bei diversen Herren als auch Damen gesichtet! Aber danach ging es richtig zur Sache. Marlon Lewandowsky hatte Ronny Simon für die Wildcard beim diesjährigen Eurotrial vorgeschlagen hat. Ronny hat sie bekommen und der ASC Melsungen wollte sich erkenntlich zeigen. Marlon war aber nicht auffindbar, dafür aber sein Vater Dirk. Er wurde auf einem Sessel auf der Bühne platziert und dann kam die Belohnung. In hohen Lackstiefeln und knappen Kostüm bekam nicht nur Dirk eine Show geboten, die keinen kalt lies. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir bekamen so nebenbei auch noch Feuerspucken geboten. Das hatte es bei keinem DGM-Lauf bisher gegeben. |