4. DGM Lauf im Offroadpark Langenaltheim am 04.07.09 12 08 2009
Nach dem Starterrekord in Eisenberg schmolz das Teilnehmerfeld im Offroadpark Langenaltheim auf 74 Starter zusammen. Die Veranstaltergemeinschaft aus 4x4 Freunden Ilsfeld und Allradspezis Franken und das härteste Gelände der DGM werfen ihren Schatten voraus. Aber entgegen aller Befürchtungen, waren die Sektionen zwar knackig gesteckt, aber jederzeit befahrbar. Durch einen sehr interessanten Sektionsbau, war es durchaus möglich, eine Fehler durch gekonntes Fahren an anderer Stelle wieder wettmachen. Wie an der Fahrerbesprechung morgens angekündigt, gab es am Nachmittag wie an den Tagen vorher ein kräftiges Gewitter. Regelrechte Wasserfälle stürzten die Hänge hinab und füllten die ohnehin vorhandenen Wasserlachen weiter auf. Doch für die Cracks der Szene war das kein Problem. Selbst der nach Regen schmierseifenartige Belag der berühmten Solnhofener Platten hinderte die wenigsten Allradler daran, die Hänge hochzuklettern. Den Zuschauern wurde nur noch mehr Aktion geboten. Auch in der Küche haben sich die Spezis etwas einfallen lassen: frisch gegrilltes Spanferkel am Samstag zum Abendessen – wann gab es so etwas schon?

Felix Muhle aus Lohne fuhr im JuniorCup gegen fünf weitere jugendliche Starter den vierten Sieg in Folge ein. Damit führt er unangefochten die Rangliste an und ist auf dem besten Weg seinen Meistertitel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Mit Tamara Beck, Lisa-Maria Lehmann und Jaqueline Lindenthal sind ihm die drei Offroadamazonen dicht auf den Fersen.
Sogar ein Geschwisterpaar aus der Schweiz, Ronja und Lars Lötscher vom AC Rafzerfeld, waren zum südlichsten Punkt Frankens angereist.

Rico Wolf bekam von den Spezis einen Start im FunCup geschenkt. Er ist der Chef des Grillmeisters der das Spanferkel zubereitet hat und war zum allerersten Mal in einem Fourwheeler im Gelände unterwegs. Wie das bei Novizen dann sehr häufig so ist, fährt Rico auch noch gleich den Tagessieg mit nur 6,1 Strafpunkten auf dem geliehenen Suzuki SJ nach Hause. Er konnte sich knapp gegen Carsten Tanhaeff (7,9) mit einem Mercedes G, Jürgen Brunner (8,6) auf einem Jeep Wrangler und nochmals sieben weiteren Starten durchsetzen. Jürgen Brunner, von dem ein Teil der Sachpreise an der Verlosung zur Verfügung gestellt wurde und der Siebtplatzierte Edgar Bigler sind zwei Hausgeister im Offroadpark. So heißen dort die Immerda-Stammgäste. Beide wollen sich nun in Drackenstein und Gschwend nochmals im FC antreten und dann in der Saison 2010 in die Klassen Original und Standard einsteigen. Wieder ein Beweis, dass das Konzept des DGM-Einsteigerpokals funktioniert. Pech hatte leider Robert Stirner mit seinem schwarzen Jeep Cherokee. Er wollte am Hang eine Kehre fahren, die dort in dieser Form nicht nötig gewesen wäre. Doch die Schräglage wurde dann doch zu groß und er entschloss sich nun doch besser rückwärts zu fahren. Als er dieses tun wollte, löste er die Bremse – rollte doch nach vorne, es hebelt ihn aus und überschlug sich einmal komplett in seitlicher Richtung und blieb auf dem Seitenteil liegen. Was war geschehen? Einfache Lösung – Robert hatte den Automatikwahlhebel nicht auf den Rückwärtsgang gestellt, sondern auf „Neutral“ – dadurch kein Antrieb und die Dinge nahmen ihren Lauf. Ihm selbst ist nichts passiert und der Indianer wird inzwischen wieder ausgebeult und aufgebaut.

Und noch zwei Gäste aus dem hohen Norden fuhren ganz nach vorne: zum dritten Mal in Folge siegte Josef Rosemann in der Klasse Original. Die Streckenposten passten auf wie die Füchse, doch es unterliefen ihm in den zehn zu fahrenden Sektionen nur drei Fehler: zweimal musste der Bramscher rückwärts setzen, und einmal rutschte ihm der Suzuki Samurai weg und berührte eine Torstange. Ein klarer Fall für den Tagessieg. Trotz diverser Flirts mit Sektionshelferinnen fuhr Oliver Miss auf den zweiten Platz vor Meister Norbert Sollner.

Gerd Sauer und Jens Immel sind seit Jahren in der Klasse Standard unterwegs. Nun haben sie ihr Augenmerk auf eine andere Klasse gerichtet: die Pro-Modified soll es sein. Nachdem sich Gerd Sauer die Bestimmungen im Reglement durchgelesen hatte, wollte er bereits in Langenaltheim starten. Doch Klaus Hofmockel musste ihm das verweigern, da der G leider nicht über die Sicherheitsbestimmungen wie z. b. den Not-aus verfügte. Nun wird daheim kräftig umgebaut: einer der 280 G soll so hergerichtet werden, dass beide damit in der Pro-Modified starten und ferner als „T-car“ nutzen können, der andere soll richtig umgebaut werden, mit Karrosserieverkürzung und allem drum und dran. Nach der Sommerpause darf man gespannt sein, was in der Garage entstanden ist. Beim Lauf in Bramsche wollen sie die Jungfernfahrt des neuen Gefährtes wagen.
Die Kollegen aus der alten Klasse wurden in Langenaltheim vom Knowhow eines alten Hasen geschlagen. Anton Baumann und sein Jimny sind einfach ein gutes Team.

In der Klasse Modified konnte sogar eine nicht so gut bewältigte Sektion durch präzises Fahren wieder gutgemacht werden, wie Jürgen Wagner bewies. Ihm unterliefen in der Sektion 11 einige Fehler, die völlig unnötig waren. In den anderen Sektionen konnte er mit seinem „Garfield“ und präziser Fahrweise jedoch einiges gutmachen, was ihm am Ende sogar den Tagessieg einbrachte.

Schon wieder dünn besetzt war die Klasse Pro-Modified. Damit Andreas Riethmüller nicht gegen sich selbst fahren musste, nannte kurzerhand sein Beifahrer Tim Müller ebenfalls auf der „Cinderella“. Klar, dass sich Andreas nicht die Butter vom Brot nehmen lies und siegte.

Bei den Prototypen waren nur fünf Eigenbauten gemeldet. Da Bodos Proto „Fürchtenix“ in Eisenberg größeren Schaden genommen hat und die Reparatur noch aussteht musste ein Ersatz her. Flugs wurde Schumanns „Opelix“ wieder in der Königsklasse genannt, und Bodo und Christof teilten sich das Auto. Und der „Opelix“ kann es noch durchaus mit den reinen Protos aufnehmen. Das „Team X-treme“ aus Bramsche hatte die wahrscheinlich längste Anreise zum 4. Meisterschaftslauf. Siegte in Eisenberg noch Sohn Marlon rückte Vater Dirk im Offroadpark seinen Status als Familienoberhaupt wieder zurecht. Es galt in der letzten Sektion mehrere Hänge hinauf und wieder hinab zu „klettern“. Aus dem großen Kessel war so gut wie kein Anlauf möglich, und der Fußpunkt lag zudem in einem tiefen, schlammigen Tümpel. Die ohnehin überdimensionierten Räder verschwanden darin vollständig und doch schaffte es Dirk mithilfe von Lachgaseinspitzung genügend Leistung zu produzieren, um den Hang mit Getöse hinaufzutoben und das Tor zu durchfahren. Unter dem Geklirr der Schieferplatten rutsche er anschließend wieder hinab nur um erneut eine andere Auffahrt zum nächsten Tor in Angriff zu nehmen. Aber es reichte nicht, die Platten waren zu rutschig, keiner überwand diese Auffahrt. Nach Addition aller Punkte siegte Dirk vor Christof Schumann und Marlon Lewandowsky.

Die Nordlichter räumten im Offroadpark nicht nur als Einzelsieger ab, natürlich gewann das Team des SCC Bramsche mit 85 Punkten auch die Mannschaftswertung. Zweite wurden die Offroadfreunde Kurpfalz mit 81 Punkten, Dritte die Allrad-Freunde-Heidelsheim 1 mit 72 Punkten.