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| Nach dem Eurotrial begann in Hesepe die zweite Hälfte der DGM Saison. Ausrichter war der amtierende Mannschaftsmeister, der SCC Bramsche. Für die meisten Lizenzfahrer ist es der weiteste Lauf, dementsprechend gab es viel über die individuellen Anreiseprobleme zu erzählen. Rekordverdächtig lange brauchten Michael Bausch und auch Klaus Hofmockel mit je 13 Stunden für 600km. Insgesamt fanden sich 74 Starter im Gelände des SCC ein. Die Party am Freitag abend erinnerte ein wenig an die noch immer nachklingende Feier beim Eurotrial. Da wurde Europameisterbier ausgegeben und –schnaps ausgeteilt und noch vielmehr erzählt. Für die meisten war es das erste Wiedersehen nach der Euro. Der harte Wettkampfalltag holte die Teilnehmer dann am Samstag ein. Nach heftigen nächtlichen Regenfällen hatten sich die ohnehin vorhandenen Pfützen und Wasserlöcher nocheinmal gefüllt. Kuriose Dinge spielten sich im Sand von Bramsche ab und woran es lag konnte niemand genau sagen. Tatsache ist, dass ein Großteil der Lizenzfahrer mehr damit zu tun hatten ihr Auto zu bergen, als Sektionen zu Ende zu fahren. Allerorten wurde nach dem Bagger oder anderen Bergefahrzeugen gerufen. Da blieben sie im Schlamm stecken, setzten auf harmlosen Sandhügeln auf oder parkten auf der Seite. Spätestens nach dem heftigen Schauer gegen Mittag war jeder neidisch auf den trockenen und warmen Arbeitsplatz des Baggerführers. Seine Hilfe musste allerdings von den Junior- und FunCup-Fahrern nicht in Anspruch genommen werden. Obwohl es auch hier Schäden zu verzeichnen gab. Angela Zilch schaffte es, die hintere Sperre im Suzuki ihres Freundes Steffen Dziersk zu ruinieren. Überhaupt lief es für die Melsunger alles andere als rund. Ronny Simon und Michael Terme zerlegen jeder für sich die vordere Welle in ihren Suzukis. Und Steffen legt Achim Bindemanns Suzi auf die Seite wobei die Motorhalterung abreißt. Ab 10:00 Uhr waren die Herren nur noch mit Meter Bier im Gelände unterwegs. Doch zurück zu Angela. Mit Geschick meisterte sie auch ohne die Sperre die FunCup-Sektionen und gewann hauchdünn vor Katinka Balzer. Die dritte Offroad-Amazone und Ranglistenführende, Carina Weber, landete knapp hinter Thomas Klatt auf Platz vier. Ihr dürfte die Meisterschaft kaum noch zu nehmen sein. Felix Muhle hat mit seinem zweiten Platz im JuniorCup die Titelverteidigung geschafft. In Bramsche gab er zu ersten Mal in dieser Saison den Sieg ab: Fabian Nösing, mit einem Suzuki SJ 413 unterwegs, leistete sich nur ein „Rückwärts“ und damit 3 Strafpunkte. Dritte wurde Tamara Beck, die sich damit auf dem Vizemeisterplatz häuslich einrichtet. Robert Ritter haderte ein wenig mit dem Schicksal. Aufladen und nach Hause fahren? Oder reparieren und weitermachen? Die Stoßstange war so verbogen und scharfkantig, dass sie den linken Vorderreifen einfach aufgeschlitzt hatte. Robert dengelte den Stoßfänger zurecht, wechselte das Rad, und weiter ging es. Denn: abgerechnet wird zum Schluss. Und tatsächlich, es reichte noch für einen sechsten Platz: sein bisher bestes Ergebnis in Bramsche. Dominik Keuper startet eine Aufholjagd auf den Meistertitel der Klasse Original. Er setzte sich deutlich gegen Andreas Klossner und Winfried Holtvoigt durch. Dieser Sieg lässt es nochmal spannend werden, ob der Deutsche Meister Josef Rosemann oder Dominik Keuper heißt. In der Klasse Standard standen drei Fahrer eines Jeeps auf dem Podium. Wieder einmal wurde unter Beweis gestellt, dass man mit einem großen Allradler im Sand gewinnen kann. Henrik Schäfer fuhr mit Thomas Nest einen Doppelstart auf dessen CJ 5. Auch eine Reparaturpause konnte sie nicht mehr auf dem Weg nach vorne aufhalten. Nur einer, der konnte ihnen das Wasser reichen. Aber was sollte man auch anderes von einem frischgebackenen Europameister erwarten! Wolfgang und Inge Fröls ließen sich von keinem Sandhügel, Schlammloch oder Schräglage schrecken. Es mussten zwar ein paar Torstangen dran glauben, doch mit über 100 Strafpunkten weniger als Henrik Schäfer siegte Wolfgang deutlich. Thomas Nest komplettierte das Podium, doch ein Foto gibt es nicht. Aus verschiedenen Gründen waren alle drei „Jeeperer“ bereits vor der Siegerehrung abgereist. Helmut Muhle, ebenfalls in der Klasse Standard unterwegs, hatte dem Motor seines Suzukis eine kleine Auffrischungskur verpasst. Mit dem Ergebnis, dass dieser jetzt zwar mehr Leistung hat, die originalen Wellen dies aber nicht verkraften: ohne Allradantrieb kämpfte er sich durch die Sektionen. Dünn besetzt war die Klasse der verbesserten Fahrzeuge. Nur zehn Fahrzeuge griffen ins Geschehen ein. Auch hier kämpfen noch verschiedene Fahrer um den Meistertitel. Michael „Muggi“ Gereke setzte sich gegen den Führenden Torsten Fuchs durch, dritter wurde Jürgen Wagner. Harald Liesicke hingegen konnte sich mit den Sektionen nicht so recht anfreunden, „Dieses Rangieren ist nicht mein Ding“, entsprechend das Ergebnis, Platz 6 von 10 Startern. Um seine Erfolgsaussichten für die nächsten Läufe zu steigern wurde Ihm ein Gutschein zur Verfügung gestellt: „Rangier- und Gasgebenlehrgang in Langenaltheim“. Mit fünf Startern war die Klasse ProModified in Bramsche recht gut besetzt. Jens Immel und Gerd Sauer haben es wahrgemacht und Jens’ blauen Mercedes G ein wenig aufgerüstet. Doch der Defektteufel schlug bei den Vorderachsgelenken zu, und Michael Bausch musste mit seiner „Gesy“ ebenfalls früh aufgeben. In der Sektion 13 traten nur noch Sebastian Liesicke mit „Paulchen“ und Andreas Riethmüller mit „Cinderella“ an. Sebastian kämpfte sich mit defekter Sperre durch die Sektion und erreichte den zweiten Platz hinter Andreas. In der Sektion 14, die den Prototypen vorbehalten ist, traten noch vier Fahrer an. Christof Schumann und Bodo Scheibe fuhren auf dessen „Fürchtenix“ wieder einen Doppelstart. Und Bodo zeigte „Schumi“ gleich wie es nicht geht: vor dem letzten Tor parkte er das Gefährt auf der Seite. Christof meisterte später die kippelige Stelle und fuhr die Sektion zuende. Trotzdem reichte es nur für Platz vier. Thomas May hingegen kam gar nicht erst bis zum wackeligen Eck. Er schaffte die Ausfahrt aus dem Wasserloch nicht und legte seinen „May way“ auf die Seite. Gerade noch so, dass er nicht ins Wasserloch kippte. Glück gehabt! Trotzdem landete er als Dritter auf dem Podium. Bodo wurde zweiter, doch Thomas Stoppa, der auch die Sektion 14 beendete, nahm ihm über 100 Punkte ab und siegte verdient. Die Mannschaftswertung ging an die Allrad-Freunde-Heidelsheim, knapp dahinter kam das Minimalisten-Team der Allradspezis Franken: sie ware eh nur mit drei Fahrern vor Ort gewesen. Dritte wurde die erste Mannschaft des Mercedes-G-Club. |