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| In den vergangenen Jahren war der Lauf im Schotterwerk Staudenmeier immer von einem gekennzeichnet: es war feucht. Dieses Jahr hatte Petrus Erbarmen und ließ die ganze Woche die Sonne vom Himmel lachen. Dies trug erheblich zur guten Laune der 95 Starter bei, die sich ab Freitag einfanden. Die ersten angereisten Teilnehmer mußten feststellen, daß im Werk Gassen trassiert worden waren. Dies waren aber keine FunCup Sektionen, sondern es waren Fahrwege für die Laster, da ausnahmsweise am Samstag ab 07.00 Uhr gearbeitet werden mußte. Die LKW-Fraktion rund um den G-Club mußte mit etwas weniger Platz auskommen. Aber alles sortierte sich ein und am späten Vormittag waren die Arbeiten beendet und alle Begrenzungen abgeräumt. Da war der Wettbewerb schon im vollen Gange. Und es standen schon bald die ersten Reparaturen an. Sebastian Bültemeier z. B. reparierte die Bremse an der Vorderachse, denn ohne Bremse... Der FunCup war was die Marken angeht schön bunt besetzt. Da gab es einen Lada Niva, einen Nissan Terrano, einen Isuzu Trooper, einen Opel Monterrey und einen Nissan Patrol neben den üblichen Suzukis, Jeeps und Mercedes G. Auch ein aufgepeppter Trabant (oder war es ein Wartburg?) wurde auf den Zufahrtswegen gesichtet. Leider nicht als Teilnehmer. Drei Fahrer konnten bei der Siegerehrung auslosen, wer nun welchen Pokal mit nach Hause nimmt. Denn es gab natürlich für den ersten Platz einen größeren Pokal als für den zweiten, usw. Da aber Karl Lorenz, Reinhold Strecker und Rolf Muth fehlerfrei blieben mußten sie sich untereinander einigen. Der erste Exot, ein Opel Monterrey pilotiert von Martin und Dennis Renz, landete auf einem respektablen siebten Platz, vor dem Nissan Terrano I von Werner Krumschmidt. Im JuniorCup fiel die Entscheidung wie sie schon angedroht worden war. Franziska Tinschert brauchte nur noch einen Lauf in Wertung fahren, um sich ihren Meistertitel zu sichern. Fehlerlos setzte sie ihre anfangs des Jahres begonnene Siegesserie fort, und feierte nicht nur den fünften Sieg in Folge, sondern auch den verdienten Meistertitel. Nun geht es nur noch um die Vize-Meisterschaft zwischen Manuel Malewska und Marcel Kroboth. Der letztjährige Meister im JuniorCup macht mittlerweile die arrivierten Fahrer in der Klasse Original nervös. Mit einem weiteren Podiumsplatz (3.) führt er weiterhin die Tabelle an. Hans Braeuner dürfte sich über die umgefahrene Torstange in der Sektion 7 geärgert haben, denn ohne diese wäre er mit Abstand Tagessieger gewesen. Sechs fehlerfreie Sektionen sprechen für die Klasse des G-Piloten. Bernhard Stracke zeigte, wie es geht. Zwar fuhr er „nur“ vier Sektionen mit null Punkten, leistete sich aber keine Fehler, die nicht durch den Handicapfaktor geteilt werden. Damit war der Tagessieg sicher. Michael Kroboth, der sich zurecht Hoffnungen auf den Meistertitel machte, mußte mit Platz 12 und nur 16 Meisterschaftspunkten nach Hause gehen. Unter anderen saß auch er abends am „Looser-Tisch“ der gestrauchelten Meisterschaftskandidaten. Die Sektion 7, nach Richtverfahren 3 gesteckt, geriet für viele Lenkradkünstler zur Herausforderung. Am besten lief es noch für Andreas Klossner, der zwar in Zeitnot geriet, aber mit nur zwei Rückwärts durchkam. In der Endabrechnung reichte es aber nur für den 7. Platz. Bei den Fahrern der Klasse Standard brachte Suzukifahrer Helmut Kleiner (Platz 11.) es ebenfalls zustande, mit nur zwei Rückwärts durch das Areal zu kommen. Die Hauptschwierigkeit war ein tiefer, loser, grober Schotterteppich, der jeglichen Grip missen lies. Zumindest bei den meisten Allradlern. Mit insgesamt sechs Rückwärts und keinem weiteren Fehler ließ Altmeister Heinz Bertsch nichts anbrennen und machte einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft. Der Tagessieg hob ihn an die Tabellenspitze, zumal der bisherige Tabellenführer Klaus Hofmockel nur auf Platz 18 landete. Er wollte gleich morgens den Steilhang fahren, der noch taunaß war. Mit schwerem G und rutschiger Piste nutzen auch über 200 PS nichts, wenn die Kraft nicht auf die Räder kommt. Das war der erste Abbruch. Der zweite folgte im Schotterteppich der Sektion 7. Wie Michael Kroboth fährt er als Veranstalter den nächsten Lauf nicht, man darf gespannt sein, wie sich dort neben Heinz Bertsch die weiteren Titelkandidaten Burkhard Leicht, Benjamin Krenzer und Thomas Nest schlagen. Eng ging es bei den Modified zu. Am Ende trennten den Dritten vom Ersten nur drei Punkte. Auf dem letzten Podiumsplatz landete Michael „Muggi“ Gereke mit Beifahrer Timo Wolfer. Ein Rückwärts weniger und ein anderer HCF brachten Michael „Mitsch“ Köhler den zweiten Platz, und ein nicht unterfahrenes Absperrband weniger sicherten Torsten Fuchs vom Overlanderclub Nürnberg seinen ersten Tagessieg. Der ewig Viertplazierte Dieter Rückert wurde durch einen Schaden im Vorderachsdifferenzial früh aus dem Rennen geworfen. Auch er fand sich abends am „Looser-Tisch“ ein: er brachte es nur noch auf einen 17. Platz. Dafür fuhr „Paulchen“ mit Sebastian Liesicke auf den vierten Platz, Vater Harald erreichte den achten Rang. Ihm wurden in der Sektion 4 die scharfen Augen des Streckenposten zum Verhängnis, als er rückwärts in ein gerade durchfahrenes Tor hineinrangierte. Es ging nur um Millimeter, die Entscheidung des Posten war gnadenlos aber korrekt. An der Stelle erging es vielleicht zum Trost nicht nur Harald so. Die Königsklasse war mit zehn Fahrzeugen gut besetzt, wenn auch nach der ersten Sektion es sich auf neun reduzierte. Joachim Grüppners „Mean Machine“ streikte und bedarf neuerlicher Reparatur. Außer der Sektion 7 war auch die Sektion 6 eine Schlüsselstelle. Bei den Protos schafften es nur die besten fünf, sie ordnungsgemäß zu beenden. Die spektakuläre Auffahrt unterhalb des Standortes der Imbißbude entwickelte sich bald zum Publikumsmagneten. Rainer Krepp meinte es zu gut, und legte seinen grünen Eigenbau auf die Seite. Zum Glück ohne menschlichen Schaden und der Proto war auch bald wieder fit. In den letzten beiden Protosektionen schaffte Rainer die Sektion 13 zwar fehlerfrei, strauchelte aber in der 14 nach Richtverfahren 2 am ersten Hügel, den er nicht hinaufkam. In der Summe der Dinge sprang für ihn nur der achte Platz heraus. Michael Bausch hatte sich für seine Kollegen ein paar neue Sektionen einfallen lassen, eben auch für die Prototypen. Nicht mehr die klassische Waldpassage, sondern an den Steinhängen rauf und runter. Die 13 sah von außen betrachtet schwieriger aus als sie sich nachher erwies. Steilhang mit Geröll rauf, Kehre auf einem schmalen Absatz, und wieder herunter mit zwei engen Wendungen im Hang. Auf dem Weg herunter galt es, eine Torstange gekonnt zu umfahren, was dank Allradlenkung oder Einzelradbremse den meisten auch möglich war. Spätestens Harald Schumann machte es den Konkurrenten vor wie es geht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er nur drei Rückwärts und ein Band berühren. Die Mitstreiter um den Tagessieg leisteten sich in der 14 ebenfalls keine Fehler, bis auf Sebastian Bültemeier, der mit seinem „Fliewatüt“ zweimal eine Torstange touchierte. Die Entscheidung fiel in der 14. Bodo Scheibe bewältigte den Hang nicht und kassierte satte 50 Punkte. Platz vier für ihn. Norbert Sollner ließ den „Junior“ fliegen, jedoch mit etwas zu dosiertem Gas, so daß er noch einmal ansetzen mußte und ein Rückwärts aufgeschrieben bekam. Platz drei für ihn. Auch Sebastian rangierte einmal zurück um erneut Schwung zu nehmen, hatte aber in den vorangegangenen Sektionen etwas weniger Punkte kassiert. Platz zwei für ihn. Null Fehler in der 13 und auf Anhieb den Geröllhang hinauf: das war für Harald Schumann mit seinem „Opelix“ und Beifahrer Norbert Sollner der verdiente Tagessieg. Ein Mercedes-G-Club Fahrer als Beifahrer bei einem „Kuapälzer“ und umgekehrt – eine wahrlich seltene Mischung. Die Allradfreunde Heidelsheim wurden offenbar vom Ende der Sommerpause derart überrascht, daß sie tatsächlich vergaßen, eine Mannschaftsnennung abzugeben. Als schließlich doch jemand daran dachte, gab es Probleme ob die Nennung während des bereits laufenden Wettbewerbes noch abgegeben werden könne. In diesem Falle wäre es mit Augen zudrücken noch gegangen, denn die Heidelsheimer waren gar nicht so zahlreich erschienen, daß es für mehr wie eine Mannschaft gereicht hätte. Und damit hätten sie dann auch nicht mehr taktieren können. Warum auch immer, es kam keine Nennung mehr zustande. Doch es nannten immerhin sieben Vereine zehn Mannschaften. Auch die Allrad Spezis Franken dachten daran, eine Nennung abzugeben. Der sechste Platz mit 60 Punkten sprang für die Truppe um Dieter Rückert und Helmut Hey heraus. Die Night Hunter haben auch Gefallen an der Mannschaftswertung gefunden, bei ihren starken Modified-Fahrern haben sie auch regelmäßig gute Chancen. Diesmal landeten sie auf Platz vier. Der MSC Wildflecken war mit 74 Punkten zwei Punkte besser, den Sieg aber trug die Truppe um Hans Braeuner davon. Der G-Club siegte mit 77 Punkten vor den ORF Kurpfalz mit 75 Punkten. Damit dürfte feststehen, daß die Heidelsheimer dem G-Club eine Kiste Sekt zur Jahressiegerehrung mitbringen dürfen. |